»Wir haben uns weltweit zu der Vision eines ›Employers of Choice‹ bekannt, bei dem Menschen gerne und lange Zeit arbeiten.«

Rund 5.400 Beschäftigte – und damit 80 % der Belegschaft – haben im Jahr 2016 an der großen Symrise Mitarbeiterbefragung teilgenommen. Allein das ist schon ein großer Erfolg, findet Dr. Iñigo Natzel. Aber nicht nur die Beteiligungsquote ist hervorzuheben, sagt der Leiter Human Resources. Im Interview erklärt er, wie eine solche Erhebung mit allen positiven wie auch negativen Rückmeldungen dazu beiträgt, dass Symrise sich als bevorzugter Arbeitgeber weiterentwickeln kann.

Herr Natzel, an der Mitarbeiterbefragung haben vier von fünf Kollegen teilgenommen. Was sind die Gründe für einen solch hohen Rücklauf?

Zunächst einmal: Im Vergleich zum Jahr 2012 haben wir die Teilnahmequote noch einmal um vier Prozentpunkte auf 80 % gesteigert, und das in einer Zeit, in der unser Unternehmen stark gewachsen ist. Für mich bedeutet das, dass die Mitarbeiterbefragung angekommen ist: Sie hat sich als Plattform für den Dialog zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeitern etabliert. Gleichzeitig konnten wir den Kollegen in den vergangenen Jahren verdeutlichen und auch beweisen, dass wir ihre Antworten ernst nehmen. Wir haben uns weltweit zu der Vision eines „Employers of Choice“ bekannt – eines bevorzugten Arbeitgebers also, bei dem Menschen gerne arbeiten und eine längere Karriere anstreben, weil die Rahmenbedingungen einfach stimmen. Damit wollen wir uns ganz deutlich von anderen Unternehmen abheben und unsere Mitarbeiter motivieren.

Wie ist die Befragung generell ausgefallen?

95 % würden ihren Job bei Symrise wieder annehmen, das sagt schon einiges aus. Besonders positiv finden wir, dass die Mitarbeiter sehr hohes Vertrauen in die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Symrise haben. 90 % sind zufrieden oder sogar sehr und äußerst zufrieden, was auch an den Akquisitionen und Innovationen liegt, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren weitergebracht haben.

Überrascht Sie dieser positive Rücklauf?

Nein, eine Überraschung würde ich das nicht nennen. Ich bin sehr zufrieden damit, dass wir den Mitarbeitern vermitteln können, wie gut unser Unternehmen aufgestellt ist. Gleichzeitig habe ich das sogar erwartet, weil meine Kollegen und ich im internationalen Human Resources-Team auch im Alltag bei den Teams eine hohe Motivation sehen. Dieses Engagement drückt sich auch in einer weiteren Zahl aus: Wir haben im Mitarbeiter-Commitment-Index (MCI) einen Indexwert von 67 erreicht.

5.400
Symrise Mitarbeiter aus Brasilien, Chile, China, England, Frankreich, Deutschland, Indien, Mexiko, Singapur und den USA haben an der Befragung teilgenommen. Zum ersten Mal waren auch die Mitarbeiter von Diana dabei, die seit dem Jahr 2015 zum Konzern gehören.
Für Dr. Iñigo Natzel ist die Mitarbeiterbefragung ein hervorragendes Werkzeug, um ein bevorzugter Arbeitgeber zu werden.

Das müssen Sie erklären.

Der Index zeigt an, wie sehr sich die Kollegen zu Symrise bekennen und wie stark sie sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen. Auch hier haben wir uns gegenüber 2012 um vier Punkte verbessert. Um das „Commitment“ der Mitarbeiter herauszufinden, wenden wir eine standardisierte Testmethode an. Es geht um die Loyalität und Bindung zum Unternehmen, die Arbeitszufriedenheit und die Motivation, die wir zum Beispiel mit folgenden Fragen erheben: Wie zufrieden bin ich mit meinem Arbeitsverhältnis? Würde ich Symrise als Arbeitgeber weiterempfehlen? Wie stark identifiziere ich mich mit dem Unternehmen und seinen Geschäftszielen? Wie nehme ich die Motivation unter meinen Arbeitskollegen wahr? Wie schätze ich die heutige und künftige Wettbewerbsfähigkeit von Symrise ein? Wie stark ist mein Vertrauen in die Führung? Die Antworten werten wir mit einem statistischen Verfahren aus. Mit unserem Ergebnis von 67 gehören wir zu den Top-30-Prozent-Unternehmen weltweit, in Mexiko, wo wir bei einem Indexwert von 79 gelandet sind, sogar zu den Top-10-Prozent.

Was lernen Sie inhaltlich aus den Befragungen?

Zunächst einmal finden wir sehr positiv, dass unser Konzern als Ganzes funktioniert – wir sind immerhin in vielen verschiedenen Ländern mit einer großen kulturellen Vielfalt aktiv. Es gibt aber sehr viele Gemeinsamkeiten, weswegen wir eine globale Agenda entwickeln können. Diese nimmt zwar auf Unterschiede Rücksicht, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass wir uns mit vielen ähnlichen Maßnahmen weltweit als bevorzugter Arbeitgeber weiterentwickeln können. Die Mitarbeiter haben in der Befragung vor allem die Unternehmensstrategie und das Arbeitsklima, die vielfältigen, abwechslungsreichen und interessanten Aufgaben sowie die hohen Entscheidungsfreiräume als positiv hervorgehoben. Wir sind dabei auch im Vergleich zu anderen Konzernen sehr gut. Das macht uns stolz, und es erleichtert auch unsere Arbeit, weil wir eine sehr valide Zahlenbasis haben, auf der wir uns weiterentwickeln können.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Interessanterweise wurde die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit, die in einigen Ländern als sehr gut wahrgenommen wird, in anderen nicht so hoch eingeschätzt. Hier müssen wir viel stärker zeigen, wie gut wir sind – denn nur ein Unternehmen, das erfolgreich ist, kann auch die besten Kräfte halten. Ein weiteres Thema ist zum Beispiel die Arbeitsumgebung, ganz unabhängig übrigens davon, ob die generelle Zufriedenheit hoch oder niedrig ist. Jeder Bereich muss sich nun auf Basis der Ergebnisse analysieren und im Rahmen unserer „Lean & Efficiency“-Initiative darauf achten, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und so Arbeitsbelastungen zu verringern – auch zum Beispiel mit einer besseren Software-Unterstützung.

Wie sieht es zum Beispiel mit der Kommunikation im Unternehmen aus?

Sie ist sehr wichtig, gerade von unten nach oben. Die Mitarbeiter wollen mit ihren Vorschlägen ernst genommen werden. Dafür müssen wir die technischen Voraussetzungen schaffen und gleichzeitig die Führungskräfte entsprechend schulen. Die Karriereplanung, die ebenfalls oft angemerkt wurde, haben wir mit unserem Portal career@symrise, auf dem die Entwicklungspläne hinterlegt sind, schon länger auf dem Schirm. Auch hier geht es darum, dass Mitarbeiter, Personalbereiche und Führungskräfte eng zusammenarbeiten. Den größten Handlungsbedarf sehen wir über fast alle Standorte hinweg bei der Leistungsgerechtigkeit und -differenzierung, wenn es um die Vergütung geht. Da müssen uns Lösungen einfallen – und oft geht es gar nicht um die Höhe des Einkommens, sondern um die Transparenz im Vergleich zu anderen. Und dieses Phänomen beobachten wir innerhalb des gesamten Konzerns.

Wie wollen Sie die Ergebnisse in den Firmenalltag übertragen?

Wir werten die Ergebnisse weiter aus und brechen sie anschließend auf die Länder, Geschäftsbereiche und Teams herunter. Gleichzeitig arbeiten unsere Personalverantwortlichen vor Ort mit den Führungskräften die Ergebnisse ihrer Bereiche auf, damit diese wiederum mit ihren Mitarbeitern Stärken und Schwächen analysieren und konkrete Ziele und Pläne erarbeiten können. Wir müssen dranbleiben, das ist ganz klar, und dürfen trotz der insgesamt guten Ergebnisse nicht in Stillstand verfallen. Unsere Führungskräfte sind dabei besonders gefragt. Sie sollten die eigene Führung und die Kommunikation mit den Mitarbeitern optimieren – dann können wir auch in Zukunft weiter auf eine loyale und motivierte Belegschaft setzen.

»90 % der Mitarbeiter haben sehr hohes Vertrauen in die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Symrise.«
95%
der Mitarbeiter sind so zufrieden, dass sie ein Jobangebot von Symrise wieder annehmen würden.