Aus der Nach­haltig­keits­bilanz

Mit unserer Nach­haltig­keits­bericht­erstat­tung erfüllen wir die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) in der aktuellen Fassung der „GRI Standards“ (2016). Wir folgen dabei dem höchsten Anwendungslevel „In Übereinstimmung – Umfassend“, das heißt wir legen zu allen wesentlichen Themen vollständig Rechenschaft ab. Welche Themen wir als wesentlich definieren und welchen strategischen Nachhaltigkeitsansatz wir verfolgen, stellen wir im folgenden Kapitel dar. Alle quantitativen und qualitativen Informationen stellen wir hingegen gesammelt in unserer Online-Nachhaltigkeitsbilanz zur Verfügung. Alle dort befindlichen Informationen wurden gemäß dem AA1000 Assurance Standard einer externen Prüfung unterzogen. Zusätzlich erfüllen wir dort auch die Anforderungen einer Communication on Progress im Rahmen des UN Global Compact, der weltweit größten freiwilligen Initiative zur unternehmerischen Verantwortung.

Nachhaltige Wertschöpfung

Unsere Unternehmensstrategie ist konsequent auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet. Darunter verstehen wir den dauerhaft belastbaren Ausbau unseres Geschäfts unter Berücksichtigung ökologischer und sozialer Rahmenbedingungen, eine immer effizientere Produktion und ein Portfolio, das hilft, die Grundbedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung zu befriedigen. Dafür formulieren wir Ziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir sind der Überzeugung, dass eine erweiterte Betrachtung über enge Unternehmensgrenzen hinaus nicht nur unser Wachstum sichert und unsere Effizienz steigert, sondern uns auch dazu befähigt, unser innovatives und nachhaltiges Produktportfolio weiter zu entwickeln. Durch die fortschreitende Verzahnung von finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren wollen wir die Geschäftsrelevanz unseres Nachhaltigkeitsengagements noch deutlicher demonstrieren und dabei gleichzeitig einen messbaren Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft leisten (siehe Unser Unternehmen).

Unserer Meinung nach ist es entscheidend, auf welche Art und Weise unser Unternehmen wächst und erfolgreich ist. In einer global vernetzten Welt ist kurzfristiges Gewinnstreben nicht dafür geeignet, die richtigen Weichen für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu stellen. Vom Rohstofflieferanten bis zum Verbraucher suchen wir deswegen stets nach gemeinsamen Wegen und tragfähigen Lösungen, von denen alle profitieren. Durch echte Pionierarbeit wie beispielsweise auf Madagaskar (siehe Neue Rohstoffe und Produkte aus der Vielfalt der Natur) schaffen wir dabei neuartige Synergien zwischen allen Stakeholdern und leisten eine wichtigen Beitrag zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, den Sustainable Development Goals.

Unsere Ambitionen im Bereich Nachhaltigkeit bündeln wir mit Blick auf unser Kerngeschäft in den vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda: Footprint, Innovation, Sourcing und Care. So verknüpfen wir unsere wirtschaftlichen Ziele eng mit der täglichen Verantwortung für Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft. Nur durch einen integren Umgang miteinander können wir einen bleibenden Mehrwert für alle schaffen. Unsere Werte ebnen uns den Weg, langfristig das erfolgreichste Unternehmen unserer Branche zu sein und wirtschaftlichen Erfolg, nachhaltige Unternehmensführung und gesellschaftliche Akzeptanz untrennbar miteinander zu verbinden.

Minimierung unseres ökologischen Fußabdrucks entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Maximierung des sozialen und ökologischen Mehrwerts unserer Produkte

Maximierung der Nachhaltigkeit in unserer Lieferkette und bei der Beschaffung von Rohstoffen

Schaffen bleibender Werte für unsere Mitarbeiter und unsere Standortgemeinden

Integriertes
Nach­haltig­keits­manage­ment

Organisation und Umsetzung

Bereits 2009 gründeten wir das Symrise Sustainability Board, ein globales und geschäftsbereichsübergreifendes Gremium, dessen Aufgabe es ist, Nachhaltigkeitsprinzipien stärker in unsere Kernprozesse zu integrieren. Mehrmals jährlich kommen in diesem Rahmen Vertreter des Managements zusammen, um sicherzustellen, dass nachhaltigkeitsrelevante Themen und Belange wichtiger Anspruchsgruppen in der gesamten Wertschöpfungskette berücksichtigt werden. 2016 wurde zusätzlich die Position des Chief Sustainability Officers (CSO) vom Vorstand geschaffen, um die systematische Integration unserer Nachhaltigskeitsprinzipien weiter voranzutreiben. Der CSO berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden und führt das Sustainability Board.

Das Sustainability Board beschließt die Nachhaltigkeitsziele, die direkt in den jeweiligen Geschäftsbereichen umgesetzt werden. Zu diesem Zweck haben Vorstand und Sustainability Board Nachhaltigkeitsverantwortliche für die Geschäftssegmente Flavor, Nutrition sowie Scent & Care und je einen Vertreter der Stabsabteilungen Personal, Finanzen / Investor Relations und Corporate Communications benannt. Die direkte Verantwortung für die Strategie liegt beim Vorstandsvorsitzenden der Symrise AG, dem kontinuierlich über den Fortschritt aller Nachhaltigkeitsaktivitäten berichtet wird.

Nachhaltigkeit in den Unternehmensprozessen steuern wir über unser integriertes Managementsystem. Es basiert auf den internationalen Standards zu Qualität (ISO 9001), Umwelt (ISO 14001), Arbeitsschutz (OHSAS 18001), Nachhaltigkeit (ISO 26000), Energie (ISO 50001), sozialer Verantwortung (SA 8000), den allgemein anerkannten Auditstandards der Global Food Safety Initiative (GFSI) sowie weiteren lokal anerkannten Standards.

Führungskräften aus allen Bereichen kommt eine besondere Verantwortung zu, das Thema Nachhaltigkeit in ihren Teams zu operationalisieren und konkrete Ziele zu setzen. Bereits 2013 haben wir damit begonnen, Nachhaltigkeitsziele als Bestandteil der individuellen Zielvorgaben unserer direkt involvierten Führungskräfte zu verankern und treiben die Vereinbarung von konkreten Nachhaltigkeitszielen für alle Führungskräfte seitdem konsequent voran. Zur Verankerung des Themas innerhalb der Organisation und bei allen Mitarbeitern führen wir an unseren Standorten regelmäßig verschiedene Aktionen durch, wie beispielsweise den Symrise Nachhaltigkeitstag, bei dem Mitarbeiter / -innen durch verschiedene praktische Beispiele vorstellen, wie nachhaltige Entwicklungsprozesse in den jeweiligen Abteilungen bei Symrise angestoßen und umgesetzt werden.

Unsere wesentlichen Themen

Auch 2016 haben wir die kritische Überprüfung unserer wesentlichen Themen fortgesetzt . Neben der strategischen Orientierung dient uns die Identifikation wesentlicher Themen gleichzeitig zur Strukturierung unserer Berichterstattung gemäß den GRI Standards: Zu Themen, denen ein hoher Wert sowohl für Symrise als auch für die Gesellschaft zugeordnet wurde, berichten wir vollständig. Über Themen, die eine hohe Relevanz in nur einer Dimension aufweisen, berichten wir mit mindestens einem Indikator. Über unsere Nachhaltigkeitsleistungen und Kennzahlen legen wir in unserer Online-Nachhaltigkeitsbilanz umfangreich Rechenschaft ab.

Die Bewertung unserer wesentlichen Themen basiert auf unserem Ansatz „Sharing Values“, bei dem wir Nachhaltigkeitsaspekte und Handlungsfelder nach ihrem „Wert für die Gesellschaft“ und „Wert für Symrise“ bewerten und so die Themen mit dem größten Potenzial für eine gemeinsame Wertschaffung identifizieren. Dabei haben wir 2016 der Erweiterung unserer Geschäftstätigkeiten Rechnung getragen und die Themen „Nachhaltige Forstwirtschaft“ sowie „Nachhaltige Landwirtschaft & Aquakultur“ als neue Handlungsfelder identifiziert. Um eine effektivere Steuerung gewährleisten zu können, haben wir das ursprünglich kombinierte Thema „Ressourcenschonung und Emissionsreduzierung“ in zwei getrennte Handlungsfelder aufgeteilt und zudem „Wasser“ als eigenständiges Thema herausgestellt. Einen höheren Wert für die Gesellschaft konnten wir 2016 beim Thema Compliance, Transparenz und Glaubwürdigkeit sowie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz feststellen. In seiner Bedeutung für die Wertgenerierung für Symrise haben die Themen Biodiversität und Menschenrechte im Berichtszeitraum nochmals hinzugewonnen. Beim Thema Nachwachsende Rohstoffe hingegen konnten wir durch die Akquisition von Diana und Renessenz den Anteil nachwachsender Rohstoffe signifikant erhöhen, so dass wir dieses Thema nun nachgelagert angehen können.

Ziele und Management der wesentlichen Themen

Eine ausführliche Beschreibung unserer Managementsysteme, Ziele und Ergebnisse sowie unseres Beitrags zu den Sustainable Development Goals finden Sie hier.

Footprint

Zur Minimierung unseres ökologischen Fußabdrucks optimieren wir unsere gesamte Wertschöpfungskette stetig unter Gesichtspunkten wie Emissionsreduzierung, Ressourcenschonung und Erhalt der Biodiversität. Dadurch stellen wir sicher, dass unsere Geschäftstätigkeit auch langfristig tragfähig bleibt, Risiken reduziert und Kosten gespart werden.

Wir haben uns ehrgeizige Ziele für die Emissionsreduzierung gesetzt. Bis 2020 wollen wir unsere direkten und indirekten Treibhausgasemissionen – gemäß Scope 1 und Scope 2 des GHG-Protokolls – bezogen auf die Wertschöpfung pro Jahr um 4 % reduzieren. Mit einer Reduktion der Treibhausgase um 5,4 % im Jahr 2016 liegen wir dabei auf Kurs. Darüber hinaus erfassen wir bereits seit 2011 auch alle wesentlichen Emissionen gemäß Scope 3 des GHG-Protokolls. Davon ist mit etwa 90 % der bei Weitem größte Anteil auf die vorgelagerte Herstellung von Rohstoffen zurückzuführen. Im Rahmen der Science Based Targets Initiative haben wir uns dazu verpflichtet, zur Erreichung des globalen Ziels beizutragen, die Klimaerwärmung langfristig unter 2°C zu halten. Unseren konstanten Fortschritt bei der Emissionsreduzierung bestätigt uns jährlich die unabhängige Investoreninitiative CDP. Bereits das zweite Jahr in Folge erhielten wir im Bereich Klima die bestmögliche Bewertung „A“ und sind somit auch weiterhin in der Liste „Climate A“ aufgeführt. Mit dieser Bewertung gehören wir zu den 4 % der besten Unternehmen im MDAX® und den besten 11 % unserer Branche. Entsprechend wurde Symrise durch das CDP als Index / Country Leader („MDAX®“) wie auch als Sector Leader („Energy & Materials“) ausgezeichnet. Ebenfalls lagen wir mit der Bewertung A- im 2016 CDP Supplier Engagement Rating weit über dem Durchschnitt von C-. Das Rating bestätigte unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Reduktion negativer Klimaauswirkungen in der Lieferkette. Darüber hinaus spiegelte das Ergebnis A- in den CDP Ratings zu Wasser und Wald unsere Vorreiterrolle bei der Schonung natürlicher Ressourcen wider.


Musterbeispiel für Effizienz

Symrise beschafft einen seiner Hauptrohstoffe, die Zwiebel, von Vertragslandwirten aus der Region. Deutlich geringere Transportkosten und Lageraufwand sparen Kosten und Energie, gleichzeitig wird die Qualität in enger Zusammenarbeit mit Landwirten und Forschungsinstituten optimiert. Beinah 100 % des Rohstoffs werden verwertet.


Effektive Ressourcenschonung stellt für uns einen wichtigen Hebel dar, um zur Nachhaltigkeit und zugleich Wirtschaftlichkeit des Unternehmens beizutragen. Durch Investitionen in effiziente Technologien und Prozesse können wir Rohstoffe und die damit verbundenen Kosten einsparen. Ein Beispiel dafür ist unser patentiertes SymTrap® Verfahren. Dieses ermöglicht es uns, hochwertige natürliche Aromen aus den Seitenströmen der Rohstoffverarbeitung zurückzugewinnen. Durch die Akquisition der Pinova Holdings 2016 hat das Thema der nachhaltigen Forstwirtschaft für uns an Bedeutung gewonnen. Analysen haben gezeigt, dass ein Großteil der betreffenden Lieferanten bereits nach Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) oder der Sustainable Forest Iniative (SFI) zertifiziert sind. Durch unsere Teilnahme beim CDP Forest Programm machen wir auch hier unsere Ansätze und Fortschritte transparent. Dass Ressourcenschonung auch Kosten reduziert, stellen wir im Rahmen unserer Initiative Symchronize™ unter Beweis. Mit dem Anspruch „Exzellenz in der Supply Chain“ erarbeiten wir End-To-End Supply Chain-Lösungen, um Ansatzpunkte und Potenziale zur Reduzierung unseres Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauchs sowie unserer Emissionen zu identifizieren und gemeinsam mit Partnern in der Lieferkette umzusetzen.

Die globale Artenvielfalt ist für Symrise als Quelle von Inspiration und natürlichen Rohstoffen unabdingbar, um stetig neue Aromen und Düfte zu kreieren. Die Bewahrung der Biodiversität stellt ein essenzielles Anliegen von Symrise dar. Um unser Engagement in diesem Bereich zu festigen, haben wir im Dezember 2016 als einer der Erstunterzeichner den Business & Biodiversity Pledge unterschrieben. Diese freiwillige Selbstverpflichtung im Rahmen der UN-Konvention zur Biologischen Vielfalt ist ein starkes Bekenntnis von Symrise zum weltweiten Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität sowie zur gerechten Verteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen (siehe auch Neue Rohstoffe und Produkte aus der Vielfalt der Natur).


Für eine klimafreundliche Wirtschaft

Im Rahmen der Initiative „commit to action“ der Investoreninitiative CDP und „We mean Business“ hat sich Symrise dazu verpflichtet, ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel zu setzen, das im Einklang mit den Ergebnissen des Paris-Abkommens steht. Die globale Erderwärmung soll auf deutlich unter 2°C beschränkt werden. Symrise zählt damit zu den ersten deutschen Unternehmen, die sich dazu verpflichtet haben. In diesem Programm sind auch die emissionsreduzierenden Maßnahmen unserer Lieferanten berücksichtigt.

Mit der Einweihung unseres Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerks im Sommer 2016 haben wir bereits einen wichtigen Schritt zur Reduktion unserer produktionsbezogenen Emissionen geleistet. Damit reduzieren wir unseren CO2-Ausstoß bei der Energieerzeugung jährlich um rund 35 %.


Innovation

Innovation bedeutet für Symrise, in internationalen Teams für und mit unseren Kunden vorzudenken und durch nachhaltige Lösungen unsere Zukunftsfähigkeit als Unternehmen zu sichern und zu stärken. Den Rahmen setzen dabei anspruchsvolle regulatorische Anforderungen.

Nachhaltigkeit selbst ist für uns ein starker Innovationstreiber: Indem wir strenge Nachhaltigkeitskriterien in der Produktentwicklung einhalten, maximieren wir den sozialen und ökologischen Mehrwert der Produkte und schaffen Wert für Kunden und Stakeholder. Dabei bauen wir auf grüne Chemie, eine ressourceneffiziente Produktion und nutzen die Möglichkeiten neuer Technologien und der Digitalisierung. Für jede unserer strategischen Produktgruppen entwickeln wir ein individuelles Nachhaltigkeitskonzept. Einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produktlösungen leistet unser selbst entwickeltes „Product Sustainability Scorecard System“. Das extern geprüfte Verfahren ermöglicht es, umweltrelevante Wirkungen von Rohstoffen und Produkten systematisch zu erfassen und in einer wissenschaftlich fundierten Analyse zusammenzustellen. Die zehn einbezogenen Nachhaltigkeitsdimensionen umfassen unter anderem die Rückverfolgbarkeit, den Wasserverbrauch und den Einfluss auf die Biodiversität in der Lieferkette, ebenso wie die biologische Abbaubarkeit des Produkts. Das Ziel: aus verfügbaren Alternativen die umweltfreundlichste auszuwählen.

Innovationsfähigkeit im Unternehmen fördern wir, indem wir Mitarbeitern eine Plattform für kreative und erfolgsversprechende Ideen bieten. Auf dem globalen IDAY von Diana Food wurden 2015 knapp 1.400 Ideen von über 500 Mitarbeitern vorgestellt. Die besten Vorschläge werden aktuell auf lokaler, regionaler oder globaler Basis implementiert. Um unsere Innovationsfähigkeit durch möglichst viele Blickwinkel zu bereichern, kooperieren wir zudem mit einem internationalen Netzwerk aus Experten, Hochschulen und Life Science-Unternehmen. Mit dem Studiengang Industrielle Biotechnologie der Hochschule Ansbach arbeiten wir zum Beispiel an alternativen Herstellverfahren für Aromen. An der Universität Gießen forschen wir mit Lebensmittelchemikern an neuen Produktkonzepten, die auf Verfahren der modernen Lebensmittelbiotechnologie basieren. Neuen Herausforderungen begegnen wir mit frischem Innovationsgeist. Für IKEA entwickelten wir beispielsweise gesündere Produkte für den Verkauf in den IKEA Bistros. Heute können die Konsumenten zwischen acht Softgetränken aus natürlichen Extrakten und Aromen wählen, die 50 % weniger Zucker enthalten als zuvor, ohne dass dabei der Geschmack beeinträchtigt wird.


Nachhaltige Innovationen

Mit unserer Product Sustainability Scorecard können wir die Auswirkungen jedes einzelnen Inhaltsstoffs unserer Produkte entlang der Wertschöpfungskette erfassen. Dadurch ermöglichen wir unseren Kunden, im Vergleich zu verfügbaren Alternativen, den umweltfreundlichsten Weg einzuschlagen.


Bei der Entwicklung innovativer Produkte ist die Gewährleistung höchster Produktsicherheit die wichtigste Anforderung. Neben strengen eigenen Qualitätsauflagen folgen wir den Richtlinien der „Good Manufacturing Practice“ (zu deutsch „Gute Herstellungspraxis“), die in unserer Branche der Qualitätssicherung bei Produktionsabläufen und der Produktionsumgebung dienen. Unabhängige Auditierungen und anerkannte Zertifizierungen bestätigen die Einhaltung der Standards.

Steigende gesetzliche Regularien nehmen Einfluss auf Innovation und strategische Weiterentwicklung und bestimmen mit über unsere Agenda. Im Segment Scent & Care bestand eine der Hauptaktivitäten im Jahr 2016 in der Neuregistrierung oder Aktualisierung registrierter Stoffe gemäß der Europäischen Chemikalienverordnung REACH. Bislang wurden für mehr als 30 Stoffe neue und aktualisierte Dossiers bei der Europäischen Chemikalien-Agentur (ECHA) eingereicht. Zudem müssen wir als global operierendes Unternehmen einer Vielzahl von unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden: So wurden in den vergangenen Jahren in einigen Ländern rechtlich bindende Reinheitskriterien für Aromastoffe eingeführt, die nicht harmonisiert sind. Beispielsweise weichen die Anforderungen in der EU von denen in China ab.


Innovative Konzepte für Produktschutz

Die Markteinführung des Konservierungsmittels SymOcide® C spiegelt die innovative und lösungsorientierte Produktentwicklung bei Symrise wider. Herkömmliche Konservierungsmittel für Kosmetika erfordern zunehmend effektive, sichere und zugelassene Alternativen. Mit SymOcide® C bieten wir eine moderne Lösung für den Produktschutz: Es kann viele Kosmetikprodukte wirkungsvoll konservieren und eignet sich durch seine antimikrobiellen Eigenschaften besonders gut für Mundpflegeprodukte, wie zum Beispiel Zahnpasta.


Sourcing

Unser langfristiges Ziel ist es, alle Rohstoffe möglichst nachhaltig zu beziehen. Wir möchten nicht nur negative Einflüsse in der Lieferkette, etwa in Bezug auf Umwelt oder Menschenrechte, minimieren, sondern tatsächlichen Wert für alle Beteiligten schaffen. Wir betrachten eine nachhaltige Beschaffung als Voraussetzung für die langfristige Wirtschaftlichkeit von Symrise: Durch die Verwendung von 10.000 natürlichen und synthetischen Rohstoffen aus über 100 Ländern sind wir stark abhängig von einer guten Rohstoffverfügbarkeit und -qualität sowie Preisstabilität. Dem begegnen wir durch die enge Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten und die Förderung sozialer und ökologischer Standards in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Eine verantwortungsvolle Beschaffung ist für Symrise selbstverständlich und notwendig, in der Praxis jedoch nicht zuletzt wegen mangelnder Transparenz, hoher Komplexität von Materialflüssen und unterschiedlichen Zielsetzungen der beteiligten Akteure entlang der Wertschöpfungskette mit einigen Herausforderungen verbunden. Der erste Schritt dafür ist deswegen die Definition von klaren Richtlinien und eine maximale Rückverfolgung der Rohstoffe: alle Lieferanten müssen den Symrise Verhaltenskodex achten und vollständige Daten über die Herkunft der Rohstoffe liefern. Als Mitglied der Plattform SEDEX können wir zudem die Performance unserer Hauptlieferanten hinsichtlich Faktoren wie Menschenrechte , Umwelt, Gesundheit und Sicherheit, Integrität und weiterer ethischer Prüfkriterien bewerten lassen und die Ergebnisse für unsere Kunden offenlegen. Alle unsere Produktionsstätten sind von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften nach dem „SMETA 4 pillar“ Standard und darüber hinausgehenden Vorgaben auditiert. Im Berichtsjahr wurden keine signifikanten Abweichungen festgestellt.

2016 haben wir eine neue Symrise Sourcing Policy erarbeitet, die konzernweite Gültigkeit besitzt. Mit der gesamthaften Beschreibung unserer Ziele, Ansprüche und Instrumente dient sie vor allem als Referenzdokument für Lieferanten, Kunden und Mitarbeiter. Für verschiedene Rohstoffe, die hohen Risiken ausgesetzt sind, haben wir darüber hinaus spezifische Policies etabliert, beispielsweise im Falle von Palmöl. Zudem arbeiten wir aktuell an einer Policy zum Thema Tierwohl: Zwar verarbeiten wir selbst keine Tiere, allerdings ist der Anteil an Rohstoffen tierischen Ursprungs durch die Übernahme von Diana gestiegen, weshalb wir auch dort größten Wert auf klare und verantwortungsvolle Vorgaben legen.


Langfristig tragfähige Lösungen

Gemeinsam mit Unilever und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH haben wir 2016 in einer Partnerschaft mit Save the Children unser langjähriges Engagement auf Madagaskar weiter ausgedehnt. Die Initiative unterstützt die Vanillebauern und ihre Gemeinschaften direkt, um ihre Lebensgrundlage zu verbessern, mehr integrative Gemeinschaften zu fördern und den Kindern der Bauern langfristig zu helfen.


Viele der Herausforderungen in der Lieferkette können wir nicht im Alleingang lösen. Wir setzen deswegen in zunehmenden Maße auf Branchenkooperationen und vorwettbewerbliche Ansätze, bei denen wir gemeinsam mit anderen Akteuren an langfristig tragfähigen Lösungen arbeiten. Dazu zählen unter anderem unsere Mitgliedschaften beim Roundtable on Sustainable Palm Oil, bei der Sustainable Spices-Initiative und beim U.S. Roundtable for Sustainable Beef. Zudem sind wir im Berichtszeitraum dem Natural Resource Stewardship Circle beigetreten, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette innerhalb der Kosmetikbranche einsetzt. Ebenso unterstützen wir den Branchenverband Sustainable Agriculture Initiative (SAI) zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaftspraktiken.

Unser Ziel der nachhaltigen Beschaffung können wir dann am besten verfolgen und nachhalten, wenn wir direkten Einfluss auf unsere vorgelagerten Wertschöpfungsstufen ausüben können. Für unsere Schlüsselrohstoffe verfolgen wir deswegen das Ziel einer strategischen Rückwärtsintegration. Wie wir im Falle der Vanille-Produktion auf Madagaskar unter Beweis gestellt haben, können wir so unmittelbar Wert für alle Beteiligten schaffen: Wir arbeiten ganz gezielt im Rahmen unterschiedlicher gemeinschaftlicher Projekte an der Verbesserung und Implementierung von Umwelt- und Sozialstandards und können so für uns und unsere Kunden eine gleichbleibend hohe Qualität des Rohstoffes gewährleisten.


Vorwettbewerbliche Ansätze in der Lieferkette

2016 trat Symrise dem Natural Resource Stewardship Circle bei, in dessen Rahmen Unternehmen unserer Industrie sich gemeinsam für eine Reduzierung negativer Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Artenvielfalt einsetzen. Zur Erreichung dieses Ziels liegt der Fokus insbesondere auf der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung von lokalen Gemeinden. Die Empfehlungen internationaler Rahmenwerke wie des Global Compacts der Vereinten Nationen oder der Deklaration über die Rechte indigener Völker werden dabei in konkrete Maßnahmen überführt.


Care

„Care“ heißt für uns, sich für die Menschen innerhalb unseres Unternehmens und in der Gesellschaft einzusetzen. Wir sind auf kompetente und motivierte Mitarbeiter angewiesen, die unseren Unternehmenserfolg ausmachen. Ihnen wollen wir optimale Rahmenbedingungen bieten, um sich bei Symrise voll entfalten zu können. Darüber hinaus nehmen wir auch die Verantwortung wahr, die wir über die Grenzen unseres Unternehmens hinaus gegenüber der Gesellschaft tragen. So minimieren wir durch höchste Anlagensicherheit negative Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt und unterstützen die kommunale Infrastruktur unserer Standortgemeinden.

Die Vielfalt unserer Mitarbeiter ist essenzieller Bestandteil der Unternehmenskultur von Symrise. Unsere Belegschaft bringt diverse Hintergründe im Hinblick auf Aspekte wie Ethnie, Kultur, Religion, Alter und Geschlecht mit. Diese Diversität verstehen wir in erster Linie als Quelle von Kreativität und Innovationskraft. Unsere Mitarbeiter ergänzen sich durch verschiedene Blickwinkel und bereichern Symrise durch unterschiedliche Meinungen, die erst im Wechselspiel innovative Lösungen hervorbringen. Um dieses Potenzial aktiv zu nutzen, fördern wir Vielfalt und Chancengleichheit systematisch. Unser Diversity-Programm stellt durch Richtlinien für die Personaleinstellung und -entwicklung sicher, dass die Vielfalt unserer Belegschaft erhalten und weiter ausgebaut wird. Dazu gehört beispielsweise die gezielte Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen. Wir möchten für unsere Mitarbeiter ein bevorzugter Arbeitgeber sein und streben ein sogenanntes Mitarbeiter-Commitment zu unserem Unternehmen bis 2020 auf unveränderter Höhe an, wie in unseren Mitarbeiterbefragungen 2012 und 2016 festgestellt (siehe Interview Dr. Natzel). Die regelmäßige Durchführung von Mitarbeiterbefragungen ist ein Beweis für die partnerschaftliche Beteiligung unserer Mitarbeiter und das glaubwürdige Engagement unseres Unternehmens als Employer of Choice.

Wir legen großen Wert auf eine konsequente Verankerung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Arbeitsroutinen unserer Mitarbeiter. Um dabei den spezifischen Anforderungen unserer globalen Standorte zu genügen, werden Maßnahmen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dezentral über lokale Verantwortlichkeiten gesteuert. Zur Umsetzung unserer Vision einer „Null Unfallkultur“ kommt der Prävention eine große Bedeutung zu. Beispielsweise vergewissern sich Führungskräfte durch regelmäßige „Management Sicherheitsrundgänge“ über die Sicherheit der Arbeitsplätze unserer Angestellten. Dies soll unseren Mitarbeitern auch unsere Verpflichtung zum Ziel der Reduzierung von Arbeitsunfällen signalisieren und Arbeitssicherheit stärker in der Unternehmenskultur verankern. Darüber hinaus wurden 2016 die Grundlagen für eine weltweite Untersuchung von Beinahe-Unfällen definiert. In diesem Zuge sollen in einem standardisierten Prozess auch Vorfälle dokumentiert werden, bei denen ein Unfall nur knapp verhindert werden konnte. Dadurch erweitern wir den Fokus in der Unfallprävention, sodass nicht nur anhand eingetretener Unfälle, sondern ebenso potenziell gefährlicher Situationen Verbesserungspotenziale erarbeitet werden. Darüber hinaus setzen wir uns für die Gesundheitsvorsorge unserer Belegschaft ein. Das Sensibilisierungs- und Interventionsprogramm „symply healthy“ bringt unseren Mitarbeitern einen bewussten Umgang mit ihrer Gesundheit nahe.

Um unsere Mitarbeiter, die Umwelt und die Standortgemeinden umfassend zu schützen, legen wir besonderes Augenmerk auf die Sicherheit unserer Anlagen . Dafür halten Corporate Guidelines Sicherheitsstandards fest, die für all unsere Produktionsstätten weltweit gleichermaßen gelten. Unser Tochterunternehmen TESIUM gewährleistet, dass die Anlagen unseren Sicherheitsansprüchen gerecht werden. Dazu analysiert die Symrise Tochter Sicherheits-, aber auch Umwelt- und Energieaspekte entlang des gesamten Lebenszyklus unserer Anlagen und identifiziert dadurch Optimierungsmöglichkeiten.


Unser Weg zu Null-Arbeitsunfällen

Seit dem Start unserer „Null Unfallkultur“ 2014 haben wir eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um diesem ambitionierten Ziel näher zu rücken. Neben detaillierten Analysen von Unfallursachen und konzernweit einheitlicher Berichterstattung sind Präsenz- wie Online-Schulungen elementarer Bestandteil unserer Arbeitssicherheitskultur. Die Schulungsinhalte sind dabei jeweils auf die Bedürfnisse der einzelnen Bereiche zugeschnitten und appellieren an die Verantwortung jedes einzelnen.