Strategy | 102-15

Key impacts, risks, and opportunities

Wir sind überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz untrennbar miteinander verbunden sind. Die Unternehmensstrategie von Symrise beruht auf den drei Pfeilern Wachstum, Effizienz und Portfolio. Sie bezieht auf allen Ebenen Aspekte der Nachhaltigkeit ein, um den Unternehmenswert dauerhaft zu steigern und Risiken zu minimieren. Im Sinne unserer integrierten Unternehmensstrategie werden sie von Zielen und Maßnahmen entlang der vier Säulen Footprint, Innovation, Sourcing und Care unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten präzisiert und ergänzt. So machen wir Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil unseres Geschäftsmodells und zu einem klaren Wettbewerbsvorteil. Die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit im Kontext von Nachhaltigkeit und die Erwartungen der Stakeholder an Symrise haben wir systematisch anhand einer Wesentlichkeitsanalyse bewertet (siehe 102-46).

Um die mit unseren Nachhaltigkeitsherausforderungen verbundenen Chancen und Risiken zu identifizieren, haben wir ein konzernweites Risikomanagementsystem etabliert. Dieses schließt nachhaltigkeitsrelevante Themen als Unterkategorie fast aller anderen Risikokategorien – von den Umfeld- und Branchenrisiken über die Beschaffungs- und Produktrisiken bis hin zu den Betriebsrisiken – mit ein. Chancen und Risiken, insbesondere in Bezug auf Klimawandel, Wasser, Wald und Biodiversität, werden vom Nachhaltigkeitsboard mindestens zweimal jährlich und über einen Horizont von mehr als sechs Jahren bewertet.

Wachstum

Mit mehr als 80 Fertigungsstätten weltweit entwickeln wir unsere Produkte vor allem in den Regionen, in denen wir sie verkaufen. Wir beziehen unsere Einsatzstoffe überwiegend lokal und liefern die Materialien primär an Kunden nahe den Unternehmensstandorten – dadurch reduzieren wir verkehrsbedingte Emissionen deutlich. Zugleich erreichen wir kurze Lieferzeiten und mehr Flexibilität.

So haben wir uns entschieden, die Zwiebel – einen unserer wichtigsten Rohstoffe – so lokal wie möglich zu beziehen, üblicherweise in einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern. Dadurch können wir den CO2-Footprint unserer Zwiebel im Vergleich zu herkömmlicher Ware um bis zu 75 % reduzieren. Zudem haben wir vor vier Jahren eine neue Produktionsstätte in Russland in Betrieb genommen, um den Transport hoher Rohstoffvolumina von Deutschland nach Russland zu vermeiden.

Effizienz

Wir haben alle deutschen Standorte nach den Vorgaben für ein systematisches Energiemanagment (ISO 50001) zertifizieren lassen und haben Maßnahmenpläne entwickelt, um unsere Energieeffizienz zu erhöhen. An den anderen europäischen Standorten wurden gemäß Energieeffizienzrichtlinie (EED) Energieaudits durchgeführt.

Auch für die meisten anderen Produktionsstandorte ist eine Zertifizierung nach dem Umweltmanagementsystem (ISO 14001) umgesetzt, unterstützt durch unsere TPM-Teams, die regelmäßige Analysen der Fertigungsprozesse durchführen, um Energie zu sparen und die Prozesseffizienz nachhaltig zu steigern. Die Energiekosten haben einen wesentlichen Einfluss auf unsere Profitabilität und damit auch unsere Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hinaus erfüllen wir die Erwartungen unserer Kunden und sind in der Lage, Mehrwert zu schaffen, indem auch unsere Kunden ihre CO2-Ziele erreichen.

Produktportfolio

Die Verarbeitung der Rohstoffe ist sehr energieintensiv, was erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten mit sich bringt. Um Verluste zu vermeiden, verfolgen wir einen integrierten Ansatz, der es uns ermöglicht, Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen. Beispielsweise nutzen wir seit unserem letzten „Zwiebel-Optimierungsprozess“ im Jahr 2016 mehr als 98 % der Zwiebel. Das zeigt: Die kontinuierliche Optimierung ist unerlässlich für unsere Zukunft.

Unsere Mentholproduktion haben wir deutlich erhöht. Mit unserem synthetischen Material sind wir unabhängiger von natürlichem Menthol, welches im Vergleich eine zirka zehnmal höhere CO2-Bilanz aufweist. Dadurch sichern wir uns zudem eine langfristige Rohstoffverfügbarkeit. Auch für andere Rohstoffe arbeiten wir an entsprechenden Lösungen: Aktuell entwickeln wir einen Prozess, bei dem eines unserer umsatzstärksten Produkte anstatt auf Mineralölbasis auf Grundlage von erneuerbaren Nebenströmen anderer Industrien produziert wird.

Für die kontinuierliche Integration von Geschäft und Nachhaltigkeit haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt und entsprechende Maßnahmen ergriffen. Ein nachhaltiges Wachstum für Symrise erreichen wir nur, wenn unsere ökonomischen Bestrebungen auf vorausschauende und verantwortungsvolle Weise umgesetzt werden. Unsere wirtschaftlichen Ambitionen werden daher im Sinne unserer integrierten Unternehmensstrategie von Zielen und Maßnahmen entlang der vier Säulen unserer Nachhaltigkeitsagenda ausgestaltet.

Hinsichtlich unserer Ziele sind wir auf einem guten Weg. Die Auszeichnungen, die wir 2016 in den verschiedensten Bereichen erhalten haben, zeugen davon. Dennoch gibt es auch immer wieder Herausforderungen, auf die wir stoßen, an denen wir wachsen können, aber auch weiter konsequent arbeiten müssen.

Im Jahr 2016 wurde eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt, die uns dabei hilft, mitarbeiterbezogene Herausforderungen und Ursachen zu ermitteln, um daraufhin geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Mit Blick auf unsere Ziele im Bereich Footprint und Sourcing stellte die Akquisition von Diana im Jahr 2014 und die Akquisition der Pinova/Renessenz im Jahr 2016 besondere Anforderungen an die Nachhaltigkeitsdatenerfassung. Dennoch konnte die Datenerfassung 2016 erfolgreich auf beide Einheiten ausgeweitet werden. Hinsichtlich der gemeinsamen Lieferantenbewertung basierend auf SEDEX-Kriterien sowie der Standortzertifizierung sehen wir allerdings immer noch Nachholbedarf, den wir auch 2017 konsequent angehen.


Footprint*

- 5,4 % Reduzierung der Treibhausgasemissionen (Scope 1+2)
(Ziel 2016 – 2020: Verringerung um 4 % pro Jahr)

- 17,2 % Reduzierung des Chemischen Sauerstoffbedarfs im Abwasser
(Ziel 2016 – 2020: Verringerung um 4 % pro Jahr)

+ 0,9 % Zunahme der sensitiven Abfälle
(Ziel 2016 – 2020: Verringerung um 4 % pro Jahr)


Innovation

48 Patente eingereicht
(Ziel 2016 – 2020: > 25 Patente pro Jahr)

Integration der Kernziele der UN-Biodiversitätskonvention in Forschung und Entwicklung

23 biodiversitätsbasierte Produktinnovationen aus dem Amazonasregenwald und aus Madagaskar entwickelt


Sourcing

86 % der Hauptlieferanten basierend auf Einkaufsvolumen nach Nachhaltigkeitskriterien bewertet
(Ziel 2016 – 2020: Erhöhung des Anteils um 4 Prozentpunkte jährlich; Ziel 2020: Anteil 100 %)

41 strategische Lieferketten zertifiziert

100 % des Palmölbedarfs aus „mass balance“ oder „segregated“ zertifizierten Quellen bezogen gemäß unserer „Palmoil Policy“
(Ziel 2020: 100 % Palmölrohstoffe und -derivate aus nachhaltigen Quellen gemäß unserer „Palmoil Policy“ beziehen)


Care

38,3 % Anteil von Frauen an den bei Symrise weltweit Beschäftigten
(Ziel 2020: 40 %)

21 % Anteil von Frauen im Top-Management weltweit

3,8 MAQ** Unfallhäufigkeit
(Ziel 2020: MAQ < 2,0)


* Alle Werte bezogen auf die Wertschöpfung und ohne Pinova/Renessenz
** MAQ = Arbeitsunfälle (> 1 Ausfalltag) x 1 Mio. / Arbeitsstunden